Die intentionsgestützte Therapie des Polterns (ITP)
Neue Perspektiven zur Theorie und Behandlung einer komplexen Störung
Die Teilnehmer(innen) lernen das Erscheinungsbild und theoretische Hintergründe des Syndroms Poltern kennen.
Sie werden ein strukturiertes und diversitätssensibles Vorgehen in Diagnostik und Therapie praktisch erproben und in ihrem Arbeitsalltag anwenden können.
Inhalte und Methoden:
Poltern ist mehr als nur zu schnelles Sprechen - und auch die traditionelle Zuschreibung zu den Redeflussstörungen wird dem Syndrom Poltern nicht gerecht. Auffälligkeiten auf allen Ebenen der Sprachproduktion und -perzeption sind häufig auch mit sprachübergreifenden Besonderheiten assoziiert. Im theoretischen Teil wird zunächst dieses komplexe Erscheinungsbild des Polterns veranschaulicht. Auf der Grundlage des Sprachproduktionsmodells nach Levelt wird eine praxisnahe Struktur zum Verständnis der sprachlichen Beeinträchtigungen angeboten und in Bezug gesetzt zu dysexekutiven Auffälligkeiten. Die Vorstellung von Diagnostikmaterialien und Therapiebausteinen bilden den praktischen Schwerpunkt des Seminars. Mit der intentionsgestützten Poltertherapie möchte ich einen Weg aufzeigen, der ganzheitlich an der Regulation von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Sprachverarbeitung ansetzt und zugleich die neurodivergenten Anteile der Patient(innen) würdigt.
Bonus: Blended Learning
Um den nachhaltigen Lernerfolg und Transfer in den Arbeitsalltag zu unterstützen, wird das Seminar im Blended Learning-Format angeboten: Während und nach dem zweitägigen Präsenzseminar stehen den Seminarteilnehmer(innen) auf einer digitalen Pinnwand sowohl vertiefende Lernmaterialien als auch Möglichkeiten zum interaktiven Austausch mit der Lerngruppe und dem Dozenten zur Verfügung.
Das Seminar hat einen hohen Praxisanteil (mindestens sieben Stunden)
Zielgruppe
Logopäden, Sprachtherapeuten, klinische Linguisten, Ergotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen, Heilpädagoginnen, Erzieherinnen, Physiotherapeuten, Pflege und angrenzende Berufe, Student(inn)en und Schüler(innen) der aufgeführten Berufsgruppen ab 3. Ausbildungsjahr.

Lehrlogopäde dbl, Bildungswissenschaften M.A., systemischer Supervisor
Lehrlogopäde für Redeflussstörungen am Universitätsklinikum Münster und Lehrbeauftragter im dualen Studiengang Therapie- und Gesundheitsmanagement an der FH Münster, Fachbereich Gesundheit.
Ausbildung zum Logopäden an der Lehranstalt für Logopädie des Universitätsklinikums der RWTH Aachen.
Freiberuflich seit vielen Jahren als Supervisor und als Dozent für Redeflussstörungen sowie für Zaubern als Medium in der logopädischen Therapie.
Ausbildung in hypnotherapeutischer Gesprächsführung (M.E.G. Rottweil und Heidelberg) und systemischer Beratung und Supervision (IBS Aachen),
Studium der Bildungswissenschaften (B.A.) und „Bildung und Medien: eEducation“ (M.A.) an der FernUniversität Hagen.
Aktuelle Veröffentlichung zum Thema: Schneider, M. (2017). Poltern. In: Grohnfeldt, M. (Hrsg.) Kompendium der akademischen Sprachtherapie und Logopädie, Band 3, Stuttgart: Kohlhammer, S. 242-253.
