Mehrsprachigkeit und Sprachentwicklung
ein kultursystemischer Ansatz in Diagnostik, Therapie und Elternarbeit
Die Arbeit mit Kindern und ihren Angehörigen mit Migrationshintergrund im pädagogischen und therapeutischen Kontext gehört mittlerweile in Deutschland zum Alltag.
Mit diesem Seminar möchte ich Sie sensibilisieren für die besonderen Umstände und Herausforderungen, die den Spracherwerb der Kinder mit Migrationshintergrund beeinflussen. “Sprechen Sie mehr Deutsch mit Ihrem Kind“… reicht leider nicht ! Ein kultursystemischer Ansatz erscheint nötig!
Sprachentwicklung unterliegt neben den rein linguistischen Parametern, vorrangig kognitiven, motorischen und sozialen Reifeprozessen. ebenso emotionalen und soziokulturellen Einflüssen.
Bei Mehrsprachigkeit kann das "mehr" an Sprache und " mehr" an kulturellen Einflüssen nicht nur ein Gewinn sein, sondern auch eine zusätzliche Hürde werden!
Mehrsprachigkeit zwischen Physiologie und Pathologie erläutert am Beispiel türkischsprachigem Migrationshintergrund, zeigt die Bandbreite zwischen physiologischem Spracherwerb, echter Sprachentwicklungsstörung und "Deutschmangel". Das gilt es sinnvoll zu differenzieren ! Dieses Prinzip lässt sich auf, alle bilingualen Spracheinflüsse übertragen.
"Andere Menschen – Andere Sitten " - kulturabhängige Einflüsse und die Auswirkungen auf Familienstrukturen, Erziehung und Sozialisation, gesellschaftliche Erwartungen, Rollenverhalten, usw. sind nicht zu unterschätzen. Akzeptanz von Behinderung und Sondereinrichtungen werden ebenso thematisiert, wie der Umgang mit therapeutischer oder institutionalisierter Hilfe.
Hinzu kommen oft Sprachbarrieren bei den Angehörigen, die möglicherweise auch Kulturbarrieren sein können, denn Sprache bedeutet auch stets Identität.
"Die Zunge ist die Übersetzerin des Herzens." (arabisches Sprichwort)
Dieser kultursystemische Ansatz will konstruktiven Perspektivwechsel aufzeigen für Anamnese, Diagnostik Therapie und Elternarbeit !
Inhalte
- Sprachförderung zuhause, wie kann ein positives Sprachumfeld für eine ausgewogene Mehrsprachigkeit geschaffen werden?
- Welche "Missverständnisse" können bei Beratung und Anleitung von Eltern und Angehörigen entstehen, die möglicherweise sprach - und/oder kulturabhängige Ursachen haben?
- Was ist im Therapiekonzept zu beachten? Wie kann die Therapie effektiver gestaltet werden?
Zielgruppe
Logopäde(innen), Sprachtherapeut(innen), klinische Linguist(innen), Ergotherapeut(innen), Heilpädagoge(innen), Erzieherinnen, Stimmbildner(innen), Sprecherzieher(innen), angrenzende Berufe, Schüler(innen) der aufgeführten Berufsgruppen ab dem zweiten Ausbildungsjahr.

Logopädin und freiberufliche Dozentin seit 1974 in Deutschland lebend, bilingual Türkisch/Deutsch
- 1989 Abitur, Studium Theater-, Film und Fernsehwissenschaften/RUB seit 2003 staatl. gepr. Logopädin
- 2003-2010 freiberufliche Tätigkeit in logopädischen Praxen seit 2004 in Festanstellung in der Vestischen Kinder- u. Jugendklinik Datteln
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Schwerpunkt Sprachdiagnostiken bei Kindern mit türkischen Migrationshintergrund und Elternberatung zur Sprachförderung.
- Seit 2006 fortlaufend Dozententätigkeiten zum Thema „Mehrsprachigkeit und Spracherwerb“ im deutschsprachigem Raum
- 2011-2014 Entwicklungsbegleitung n. Doering 0-7 J, 2020-2024 Ausbildung ganzheitliche Entwicklungsbegleitung n. Doering, für Erwachsene 2019-2024
- Durchführung Hör- und Sprachtraining im CI-Centrum BAGUS /Essen. 2023/24 Ausbildung Systemische Beratung
- z.Zt. berufsbegleitendes Studium Bildungswissenschaften an der Fern Uni Hagen
