Sprach- & Sprechtherapie Bereits stattgefunden

Natürlicher Grammatikerwerb und Dysgrammatismus

Grammatikerwerb und Therapie nach dem Natürlichkeitsansatz

Bei vielen Kindern mit SES verläuft der Grammatikerwerb besonders auffällig. In diesem Seminar wird ein Behandlungskonzept vorgestellt, das sich am natürlichen Grammatikerwerb orientiert. Die Sprachentwicklung wird dabei in die psychosoziale und kognitive Entwicklung des Kindes eingebettet. Die Fragen, wofür wir Grammatik brauchen und wie kindliche Entwicklungsschritte ausgelöst werden, erweisen sich als Schlüssel für das Verstehen von Grammatikerwerb und Dysgrammatismus. Der systematische Aufbau grammatischer Strukturen spiegelt sich im Grammatikerwerb wider und deckt Stolpersteine im kindlichen Grammatikerwerb auf. Miteinander führen wir eine Diagnostik der relevanten grammatischen Strukturen anhand eines Filmbeispiels durch und lernen ein hieraus direkt ableitbares, sprachspezifisches Vorgehen für die Therapie kennen. Die einzelnen, sofort einsetzbaren Therapieschritte werden durch Filmbeispiele verdeutlich und durch Spielvorschläge alltagstauglich ergänzt.

Ziel:

Die Teilnehmenden werden befähigt, die kindliche Sprachstörung Dysgrammatismus zu erkennen, zu diagnostizieren und zu behandeln.

Methoden:

Im Seminar werden die Grundlagen zum Verständnis des natürlichen Grammatikerwerbssystems mithilfe von PPP vorgetragen. Eine Spontansprachdiagnostik wird als praktische Übung durchgeführt, der Therapieansatz wird durch Filmbeispiele und Spielideen und vermittelt.

Inhalte

  • Grundlagen zum Verständnis des natürlichen Grammatikerwerbssystems mithilfe von PPP
  • Spontansprachdiagnostik
  • Vermittlung des Therapieansatzes durch Spielmaterialvorführungen und Filmbeispiele

Zielgruppe

Logopäd(inn)en, Sprachtherapeut(inn)en mit abgeschlossener Berufsausbildung, klinische Linguist(inn)en, nach Rücksprache Ergotherapeut(inn)en, Erzieherinnen und angrenzende Berufsgruppen, Schüler(innen) und Student(innen) der aufgeführten Berufsgruppen ab dem dritten Ausbildungsjahr.

Dr. Silke Kruse
Referent:in
Dr. Silke Kruse · Logopädin, Klinische Linguistin, Lerntherapeutin (LRS)

Silke Kruse, Logopädin, Klinische Linguistin. Lerntherapeutin Silke Kruse absolvierte ihre Ausbildung zur Logopädin von 1985-1988 in Erlangen. Neben ihrer Berufstätigkeit studierte sie an der Universität Erlangen-Nürnberg Linguistik. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit der kindlichen Sprachstörung Dysgrammatismus. Aus dieser Arbeit stammen die Ansätze, die in den natürlichen Grammatikerwerbsansatz einfließen. Hierzu ist nach der Dissertation auch ihr Buch „Kindlicher Grammatikerwerb und Dysgrammatismus“ entstanden. Seit 1996 bildet Silke Kruse Studentinnen und Kolleginnen in den Themen Kindlicher Dysgrammatismus, Late Talker und ungestörter Spracherwerb weiter. In eigener Praxis in Erlangen praktiziert sie seit 2004 und hat 2007 die Anerkennung zur Lerntherapeutin LRS erhalten. Veröffentlichungen: Silke Kruse (2000): Kindlicher Dysgrammatismus und Perspektivenwechsel. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein. Dissertation Silke Kruse (2013, 3.Aufl.): Kindlicher Grammatikerwerb und Dysgrammatismus. Haupt Verlag, Bern Silke Kruse (2010): Die Artikel im Deutschen. In: L.O.G.O.S. interdisziplinär Nr. 3, 8. Jg., S. 214-219. Silke Kruse (2010): Zur Lernbarkeit der deutschen Artikel in der logopädischen Therapie. In: L.O.G.O.S. interdisziplinär Nr. 4, 18.Jg., S. 277 – 285. Silke Kruse (2013): Die Grammatikerwerbsstörung im Bereich der Morphologie: Therapieansätze im Vergleich. In: S. Ringmann & J. Siegmüller (Hrsg.): Handbuch Spracherwerb und Sprachentwicklungsstörungen. Schuleingangsphase. Elsevier GmbH und Urban & Fischer Verlag, S. 133 – 159. Silke Kruse (2020): Vom Wortschatz zur Grammatik – Übergänge für Late Talker gestalten. In: Sprachförderung und Sprachtherapie, 2/2020, S. 111 – 116.

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