Dysarthrie & Dysarthrophonie
Die Dysarthrophonie ist eine komplexe Störung der Artikulation und Stimme, die durch neurologische Erkrankungen oder Verletzungen verursacht wird. Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre Muskulatur im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich angemessen zu koordinieren, was zu einer undeutlichen Aussprache und einer veränderten Stimmqualität führen kann. Unsere einfühlsame Therapie für Dysarthrophonie zielt darauf ab, die Muskulatur zu stärken und die Stimmfunktion zu verbessern. Durch gezielte Übungen und Techniken können wir die Artikulation klarer gestalten und die Stimmqualität optimieren. Unser erfahrenes Team von Logopädinnen und Logopäden arbeitet eng mit den Betroffenen zusammen, um individuelle Therapiepläne zu entwickeln und die Kommunikationsfähigkeiten zu stärken. Das Ziel ist es, die Aussprache zu verbessern und das Selbstvertrauen im Umgang mit der eigenen Stimme wiederzugewinnen. Mit unserer Hilfe können Menschen mit Dysarthrophonie wieder selbstbewusst und verständlich kommunizieren.
Was ist eine Dysarthrie?
Bei einer Dysarthrie sind die Steuerung und die Koordination der am Sprechen beteiligten Muskeln gestört. Ursache ist eine Schädigung des Nervensystems. Betroffen sind Atmung, Stimmgebung, Aussprache und Sprechmelodie. Die Sprache selbst – also Wortschatz und Grammatik – bleibt intakt; die Betroffenen wissen genau, was sie sagen möchten.
Sind zusätzlich Stimme und Stimmklang deutlich betroffen, spricht man von einer Dysarthrophonie. Das Sprechen klingt dann oft verwaschen, leise, monoton oder angestrengt.
Mögliche Anzeichen
- undeutliche, verwaschene Aussprache
- leise, heisere oder monotone Stimme
- verlangsamtes oder sehr mühsames Sprechen
- unregelmäßige, flache Sprechatmung
- vermehrter Speichelfluss
Häufige Ursachen
- Morbus Parkinson
- Multiple Sklerose
- Schlaganfall
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Schädel-Hirn-Trauma
Unsere logopädische Therapie bei Dysarthrie
Wir setzen dort an, wo das Sprechen konkret erschwert ist – an Atmung, Stimme und Artikulation. Ziel ist eine möglichst gut verständliche, belastbare Sprechweise:
- Kräftigung und Koordination der Sprech- und Gesichtsmuskulatur
- Atem- und Stimmübungen für einen tragfähigen Stimmklang
- Verbesserung der Artikulation und Sprechdeutlichkeit
- bewusste Steuerung von Sprechtempo und Lautstärke
- bei Morbus Parkinson: Lautstärke-Training nach dem LSVT-LOUD-Ansatz
So läuft die Behandlung ab
Für die Therapie benötigen Sie eine ärztliche Heilmittelverordnung, meist aus der Neurologie oder Hausarztpraxis. Nach der Diagnostik erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan und üben in regelmäßigen Einheiten. Wir sind für alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen sowie für TRICARE zugelassen.
Häufige Fragen zu Dysarthrie
Was ist der Unterschied zwischen Dysarthrie und Aphasie?
Bei der Dysarthrie ist die Sprache im Kopf intakt, nur die motorische Umsetzung des Sprechens ist gestört. Bei der Aphasie hingegen ist die Sprache selbst betroffen – also Wortfindung, Verstehen, Lesen und Schreiben. Beide können auch gemeinsam auftreten.
Hilft Therapie auch bei fortschreitenden Erkrankungen?
Ja. Auch wenn eine Erkrankung wie Parkinson oder MS fortschreitet, hilft die Therapie, die Verständlichkeit möglichst lange zu erhalten und den Alltag zu erleichtern. Ziele und Vorgehen passen wir dem Verlauf laufend an.
Wie oft sollte geübt werden?
Regelmäßiges Üben ist entscheidend. Neben den Therapieeinheiten geben wir Ihnen alltagstaugliche Übungen für zu Hause mit, damit die Fortschritte stabil bleiben.
Wir sind für Sie da!
Fällt Ihnen oder einem Angehörigen das deutliche Sprechen zunehmend schwer? Wir unterstützen Sie dabei, verständlich und selbstbewusst zu kommunizieren.
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